Wenn das Bio-Taxi Frische liefert

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Gibt es morgens etwas Schöneres als einen netten Lieferanten, der eine Kiste frisches Bio-Obst und -Gemüse bringt? Beim Auspacken gerät sofort die Fantasie ins Blühen, was es heute zum Abendessen gibt: Aromatischen Bataviasalat, Käse mit Pflaumen, oder vielleicht etwas Köstliches mit knackigen Fenchelknollen… Und Einkaufen ist heute nicht mehr nötig, weil auch Brot und Kakao in der Lieferung enthalten sind. Wer sich die Ökokiste ins Haus bestellt, hat viele Möglichkeiten.

Seine Ursprünge erlebte der Service, bei dem Ökobetriebe einmal wöchentlich oder alle 14 Tage eine Kiste mit Bio-Obst und/oder -Gemüse an die Besteller liefern, in den 90er Jahren. Inzwischen hat sich das Angebot mächtig erweitert: Die meisten Ökokisten-Anbieter (rund 50 in ganz Deutschland) liefern Brot und Käse, Öle, Weine, Tees, Marmeladen, Fleisch, Wurst, Tiefkühlkost und vieles mehr. Die Waren stammen allesamt aus biologischer Herstellung, oft nach den strengen Maßstäben des Demeter-Verbands. „Guter Geschmack und einwandfreie Beschaffenheit der Produkte sind heute eine Selbstverständlichkeit“, erklärte Günter Kugler, Gründer des Verbands Ökokiste, in einem Interview mit dem Magazin www.biorama.eu. Auch die Biofrüchte selbst haben sich in den letzten 20 Jahren also verändert – sie haben heute eine ansehliche, natürliche Farbe und eine glatte Form. Anders als die Ware aus dem Supermarkt sind sie jedoch auch innen schön: Sie haben ihr Aussehen natürlicher Züchtung zu verdanken, schmecken aromatisch und frisch und sind zu 100 Prozent pestizid- und gentechnikfrei.

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© Ökokiste e.V

Bioware ist natürlich auch im Discounter erhältlich. „Aber im Supermarkt gibt es einfach nicht diese Frische und Regionalität, wie bei Direktvermarktern und Ökokisten-Betrieben“, sagt Kugler, „Ökokisten-Betriebe haben einen wesentlich höheren Anteil an regionalen Produkten.“
Die meisten Mitglieder im Verband Ökokiste sind selbst Landwirte oder Gärtnereien, verstehen etwas von Anbau und Herstellung und nutzen das zum Guten. Im Sommer liefern sie fast nur Selbstangebautes, im Winter beziehen sie Früchte und Gemüsesorten, die bei uns gerade keine Saison haben, von Biobetrieben in Südeuropa. In der Ökokiste herrscht also immer Vielfalt.

Der Preis für die Ökokiste liegt etwas unter den Preisen im Bio-Supermarkt. 15 Euro kostet die kleinste Variante, die mittlere und große Kiste kosten um 20 und 25 Euro. Ein Beispiel: Im Juli 2014 gab es für 15 Euro einen Bund Karotten (ca. 400 g), 1 Stück lila Kohlrabi, einen großen Rettich, zwei Äpfel (400 g), eine Knolle Fenchel (300 g), einen riesigen Bataviasalat, eine Schale Kresse, eine Gurke (alles aus Bayern) und 350 Gramm spanische Pflaumen. Die Preise sind je nach Saison um 20 bis 50 Prozent teurer als bei Nicht-Bioware. Doch wer „Saison“ sagt, sagt auch „Sparen“: Wählt man aus dem Online-Menu Dinge, die gerade Erntezeit haben, bringt der nette Mann am Vormittag fürs Geld auch eine gut gefüllte Kiste. Man muss nicht vor die Tür gehen, außerdem bekommt man schönere Ware als in der Bio-Ecke des Supermarkts.

Auch Überraschungskisten gibt es, für diejenigen, die keine Zeit zum Aussuchen haben. Man muss auch nicht online bestellen, da die Ökokisten-Anbieter aktuelle Kataloge und Prospekte verteilen. Falls niemand zuhause ist, stellt der Lieferant die Kiste an einem vereinbarten Ort ab.

Wer die Schnupperkiste testen will, kann sich auf www.oekokiste.de informieren. Viel Spaß mit der Frischepost!

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