Wenn sie so bunt im Ostergras liegen, sehen sie unglaublich gesund und lecker aus: Gefärbte Ostereier. Allerdings sollte man bedenken, wie und wo man sie sich beschafft. Ideal ist es, frische Bio-Eier auf dem Bauernhof zu kaufen – und selbst zu färben.

Sicher ist es praktisch und spart Zeit, vorgefärbte und -gekochte Eier im Supermarkt zu holen. Doch diese fertigen Ostereier stammen meist aus Käfighaltung. Sie müssen nicht, wie rohe Eier, gekennzeichnet werden – das nutzt die Industrie stillschweigend aus. Zur Erinnerung: Käfighaltung ist in der ganzen EU seit 2012 verboten, weil die Hühner dabei auf engstem Raum ein leidvolles, von Krankheiten und Rangkämpfen geprägtes Dasein führen. Suchen Sie lieber nach Bio-Eiern, der Preisunterschied ist nicht so riesig.

Bio-Eier erkennen Sie an der Null, die an der ersten Stelle der auf dem Ei aufgeprägten Nummer steht. Danach folgt ein zweistelliger Ländercode, zum Beispiel „DE“ für Deutschland. Und schließlich können Sie über die sechsstellige Nummer am Schluss auch noch erfahren, aus welchem Bundesland das Ei kommt: Steht eine 09 am Anfang, stammt es aus Bayern. Die letzten vier Ziffern bezeichnen den Herkunftsbetrieb.

Es lohnt sich, Bio-Eier zu kaufen. Die Hühner, die sie gelegt haben, müssen nach dem Gesetz ca. 40 x 40 cm Stallfläche haben, außerdem vier Quadratmeter Auslauf. Da sie ausreichend Platz haben, picken sich die Tiere nicht gegenseitig Wunden ins Gefieder – so sind sie verschont von Stress und Infektionen, ohne dass man ihnen die Schnäbel schneiden müsste (in konventioneller Haltung gang und gebe). Bio-Hühner haben auch die Möglichkeit, zu scharren und sich zu baden. Außerdem dürfen sie nach Tag- und Nachtrhythmus leben. Sie werden ganz einfach artgerecht gehalten. Das schmeckt man auch am Ei.

Verbrauchern ist die artgerechte Haltung wichtig. Das zeigt eine Umfrage des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz[1]: Für 85 Prozent aller Bio-Käufer sind zufriedene, stressfrei gehaltene Tiere der zweitwichtigste Grund (erster: Unterstützung der Hersteller), weshalb sie mehr Geld ausgeben. Nur weil einige schwarze Schafe mit diesem ethischen Bewusstsein Missbrauch betreiben und Eier fälschlich als „Bio“ deklarieren, sollte man noch lange nicht auf Bio-Eier verzichten. Im Gegenteil, wer durch seinen Einkauf die Bedeutung von Bio-Eiern stärkt, ebnet schärferen Kontrollen den Weg.

Im Zweifelsfall ist es eine gute Lösung, Bio-Eier nicht im Discounter zu kaufen, sondern direkt beim Erzeuger oder in dem zu ihm nächstgelegenen Hofladen. Einen funktionierenden Finder solcher Verkaufsstellen gibt es zum Beispiel unter www.erzeuger-direkt.de.

VC Vollwertkost wünscht Ihnen Frohe Ostern und einen gesunden, sonnigen April!



[1] Ökobarometer 2013 der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung; www.oekolandbau.de

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